Forschungsprojekte

 "Grow - Mit der Grounded Theory-Methodologie gemeinsam im Forschen wachsen"

In Grow werden Bachelor-, Master- und Promotionsstudierende der Erziehungswissenschaft vernetzt, um gemeinsam über Qualifikationsniveaus hinweg an aktuellen Fragestellungen zum Thema Virtual Reality zu forschen. Die Grounded Theory-Methodologie liefert dazu deshalb einen geeigneten Rahmen, weil sie durch das iterativ-zyklische Vorgehen die Prozesshaftigkeit von Forschung inklusive der in Forschungsprozessen zu treffenden Entscheidungen betont. Das Ziel von Grow ist, die Studierenden in der Einnahme einer reflektierten Forschungshaltung zu unterstützen und Unsicherheits- sowie Frustrationstoleranz in Forschungsprozessen zu fördern. Die zentrale Technik bildet dabei das Schreiben von Memos als elementarer Bestandteil der Grounded Theory-Methodologie.  Durch das kontinuierliche Anfertigen von Memos können methodische Überlegungen, Eindrücke vom Datenmaterial, oder auch die eigene Forschungshaltung festgehalten und weiterentwickelt werden.

Grow wird von Januar 2021 bis März 2022 von dem Universitätsprogramm Forschendes Lernen der Ruhr-Universität Bochum gefördert und somit über zwei Semester hinweg in Modulen des Bachelor- bzw. Masterstudiengangs der Erziehungswissenschaft verankert. Angeknüpft wird an das Projekt „MA-DOC“ aus den Sozialwissenschaften unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Straub und Paul-Sebastian Ruppel.

Fördergeber: Universitätsprogramm Forschendes Lernen, Förderlinie Konzepttransfer Ruhr-Universität Bochum

Projektteam: Olga Neuberger, Inga Lotta Limpinsel, Raphaela Gilles, Prof. Dr. Sandra Aßmann, Ira Lewe, Kira Lewandowski


"Qapito! - Quellen sicher erschließen."

Ob Recherchen im Netz, Kommunikation über Messengerdienste oder die Lösung von Hausaufgaben mit Unterstützung von Erklärvideos auf YouTube – für Kinder und Jugendliche gehört das Internet zu ihrem selbstverständlichen Alltag. Der vergleichsweise geringe Aufwand, im Internet Öffentlichkeit herzustellen, geht jedoch auf Kosten der Glaubwürdigkeit: Institutionen und Individuen posten im Internet nicht nur akkurate Sachinformationen, sondern verbreiten auch schlecht recherchierte Behauptungen, Werbebotschaften oder politisch gefärbte Weltanschauungen. Um aus dem reichhaltigen Informationsangebot gezielt seriöse Informationen auszuwählen, benötigen Heranwachsende Kompetenzen zur Quellenbewertung. Sie müssen rekonstruieren, von wem, wann und mit welcher Intention eine Information veröffentlicht wurde, um nicht auf Werbebotschaften, Verschwörungsideologien oder schlichtweg veraltete Informationen hereinzufallen.

Das Projekt fördert Quellenbewertungskompetenz von Jugendlichen in zwei Weisen: Zunächst entwickeln und erproben wir in Zusammenarbeit mit dem Institut für Journalistik der TU Dortmund modulare Workshop-Konzepte. Diese zielen darauf ab, die Teilnehmenden mit dem mehrdimensionalen Konzept „Fake News“ sowie mit Möglichkeiten zur Identifizierung dieser Phänomene vertraut zu machen. Basierend auf modularen Elementen werden wir die Workshops an die individuellen Bedürfnisse der teilnehmenden Gruppen anpassen können. Nach Abschluss unserer Workshops sollen die Teilnehmenden in der Lage sein, Quellen selbständig und systematisch auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu beurteilen und den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu überprüfen.

In einer zweiten Säule beraten wir wissenschaftlich die Entwicklung eines Serious Games mit einer ähnlichen Agenda. Von Jugendlichen wird erwartet, dass sie in einem app- und webbasierten Spiel mehrere Stufen durchlaufen, indem sie Fakten von Fälschungen unterscheiden. Die Fälle basieren auf evidenzbasierten Szenarien und die Wirkung dieses Gamifikation-Elements auf die Erkennung von „gefälschten Nachrichten“ wird evaluiert werden.

Am Ende des Projekts werden die modularen Workshop-Elemente als offene Bildungsressourcen (OER) veröffentlicht und weit verbreitet, so dass sie in einen regulären Schullehrplan integriert werden können. Damit tragen wir mit diesem Projekt zur Widerstandsfähigkeit gegenüber gezielten Desinformationskampagnen, verdeckten Werbebotschaften und Verschwörungsideologien bei.

Fördergeber: Deutsche Telekom Stiftung

Projektleitung: Prof. Dr. Marc Stadtler, Prof. Dr. Sandra Aßmann

Projektteam RUB: Philipp Marten, Katharina Bauer, Carolin Daniel, Kira Lewandowski

Kooperationspartner: Prof. Dipl.-Chem. Holger Wormer (TU Dortmund), Waza Games

Zeitraum: 10/2020-03/2022


"NoLde: Non-formales Lernen durch selbstbestimmtes und angeleitetes Experimentieren"

Dieses Promotionsprojekt wird im Rahmen des Promotionskollegs „Metakognitives Monitoring in authentischen Lehr-/Lernkontexten im Schülerlabor (MeMo-akS)“ (Sprecher: Prof. Dr. Julian Roelle) der Professional School of Education (PSE) durchgeführt. In dem Projekt wird untersucht, ob sich bei Schüler*innen der achten Jahrgangsstufe zentrale Schritte metakognitiver Aktivitäten, wie beispielsweise Planung und Monitoring, während des Experimentierens an einem non-formalen Lernort, dem Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum, zeigen. Zudem wird die Authentizitätswahrnehmung der Jugendlichen erfasst. Das physikalische Phänomen, auf dem die Experimente basieren, entstammt dem Bereich der Optik. Für die Erhebung sind zwei aufeinander aufbauende Studien geplant. Das Projekt ist als Mixed-Methods-Projekt angelegt.

Fördergeber: Professional School of Education

Projektteam: Sarah Hohrath, Prof. Dr. Sandra Aßmann, Prof. Dr. Heiko Krabbe (Didaktik der Physik), Dr. Maria Opfermann (Schulische Diagnose und Förderung)

Ansprechpartnerin: Sarah Hohrath (sarah.hohrath[at]rub.de)

Anvisierter Zeitraum: 06/2020 - 05/2023

weitere Informationen

Zum Schülerlaborprojekt


"ViRaGe Virtuelle Realitäten als Geschichtserfahrung"

Gedenkstätten und Museen vermitteln Geschichte zunehmend über digitale Medien. Anwendungen der Virtuellen Realität (VR) haben hierbei einen besonderen Reiz, da sie Vergangenes eindringlicher erlebbar und erfahrbar machen als dies beispielsweise bei Vorträgen im Klassenraum möglich ist. Das Eintauchen in virtuelle Welten birgt aber auch die Gefahr, dass Lernende mit dem Erlebnis allein gelassen werden und die Darstellungen unreflektiert als Abbild der Vergangenheit übernehmen. Insbesondere bei emotional aufwühlenden Themen ist bislang unbekannt, wie Personen reflektieren, was sie in virtuellen Umgebungen gesehen, gehört und erlebt haben.

Hier setzt das Verbundprojekt an und kombiniert geschichtsdidaktische, erziehungswissenschaftliche sowie sozial- und medienpsychologische Expertise, um dem Phänomen des Aufwachens aus virtuellen Welten und der anschließenden Kommunikation über das Erlebte auf die Spur zu kommen. Die Forschenden der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen untersuchen gemeinsam mit dem Software-Entwickler ATINO die Erfahrungen von Jugendlichen und Erwachsenen mit geschichtsbezogenen VR-Anwendungen. Dabei beleuchten sie (mittels einer eigens entwickelten App) insbesondere die digital unterstützte Reflexion von Lerninhalten, nachdem die Lernenden die virtuelle Umgebung verlassen haben. Außerdem nehmen sie emotionale Belastung und das Verständnis der geschichtlichen Situation in den Blick.

Die Forschenden kooperieren eng mit zwei Gedenkstätten, die bereits VR-Anwendungen einsetzen, um die Ergebnisse der Arbeit mit VR-Anwendungen im Schülerlabor und in Gedenkstätten zu vergleichen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden dazu beitragen, Bildungsprozesse in der virtuellen Realität besser zu verstehen und die Bildungsarbeit an außerschulischen Lernorten wie Museen und Gedenkstätten didaktisch weiter zu entwickeln. Zudem geben die Forschenden Hinweise, wie Software ausgestaltet sein muss, die VR-Erlebnisse angemessen begleiten kann. Die Ergebnisse fließen außerdem in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften ein.

Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), BMBF-Förderlinie "Gestaltung von Bildungsprozessen unter den Bedingungen des digitalen Wandels"

Projektleitung: Prof. Dr. Sandra Aßmann (Verbundkoordination), Prof. Dr. Nikol Rummel, Jun.-Prof. Christian Bunnenberg, Prof. Dr. Nicole Krämer (Universität Duisburg-Essen)

Projektteam: Olga Neuberger, Inga Lotta Limpinsel, Leonie Jürgens, Anna-Lena Krüßmann, Prof. Dr. Sandra Aßmann

Kooperationspartner: ATINO GmbH, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, blickwinkel tour (Nürnberg), Film + Schule NRW

Zeitraum: 05/2020 - 04/2023

weitere Informationen: https://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/3099.php


"DiAL:OGe  Digitalisierung in der Ausbildung von Lehramtsstudierenden: Orientierung und Gestaltung ermöglichen"

Das Forschungsprojekt "DiAL:OGe" – Digitalisierung in der Ausbildung von Lehramtsstudierenden: Orientierung und Gestaltung ermöglichen" ist an der PSE der Ruhr-Universität angesiedelt und verfolgt das Ziel, Digitalisierungsprozesse in der hochschulischen Ausbildung von Lehrpersonen zu stärken und nachhaltig zu verankern. In fünf "Dialogräumen" werden in Kooperation von Fachdidaktiker*innen und Bildungswissenschaftler*innen zentrale Herausforderungen der Digitalisierung (die Änderung von Curricula, der Einsatz von Erklärvideos, das Potenzial von Virtual Reality, Fragen von Demokratisierung und Digital Literacy) erforscht. Der Wissenschafts-Praxis-Transfer erfolgt mittels verschiedener Formate im "Innovation Field Lab".

Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung"

Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Bellenberg (Direktorin der PSE), Prof. Dr. Sandra Aßmann

Kooperationspartner: Professional School of Education (PSE)

Zeitraum: 03/2020 - 12/2023

weitere Informationen: http://www.pse.rub.de/dialoge/index.php


„Lage“: wissenschaftliche Begleitung des Projektes „Lebenswelten aktiv gestalten“

Das Projekt „Lebenswelten aktiv gestalten“ ist ein vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS), der RAG-Stiftung sowie der Stiftung Mercator finanziertes und dem Bildungszentrum des Handels e.V. als Projektträger konzipiertes Projekt zur Förderung der persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen von Schüler*innen der 5. und 6. Klasse unter besonderer Berücksichtigung der kulturellen Bildung. Ziel ist es, dass die Schüler* innen bereits in der Orientierungsstufe ihre Handlungsoptionen innerhalb ihrer Lebenswelt und darüber hinaus entwickeln, um so ihr Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und ihr Umfeld zu stärken. Beteiligt sind derzeit 19 Schulen in den Kohlerückzugsregionen des Ruhrgebiets.
Mit einem Design, das Methoden empirisch-quantitativer und empirisch-qualitativer Sozialforschung kombiniert, evaluieren wir dieses Projekt formativ. D.h. dass wir zu ausgewählten Zeitpunkten die Ergebnisse an die Projektverantwortlichen zurückspiegeln, sodass bereits im Prozess Anpassungen vorgenommen werden können. Wir verstehen wissenschaftliche Begleitung dabei als einen qualitätssicherungsorientierten Bestandteil des zu evaluierenden Projektes – die prospektiven Ergebnisse können und sollen der Weiterentwicklung und letztendlich der nachhaltigen Verstetigung dienen. Die Arbeitsbereiche der Projektleiterinnen (Prof. Dr. Sandra Aßmann und Dr. Katja Serova) agieren eng aufeinander abgestimmt, damit eine möglichst ganzheitliche Evaluation des Projektes erfolgen kann.

Fördergeber: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS), RAG-Stiftung, Stiftung Mercator

Projektteam: Prof. Dr. Sandra Aßmann, Dr. Katja Serova, Inga Lotta Limpinsel, Olga Neuberger, Jane Jürgens, Kira Lewandowski, Ira Lewe

Kooperationspartner: Bildungszentrum des Handels e.V., Recklinghausen

Zeitraum: 02/2018-10/2020

weitere Informationen: https://www.lebenswelten-aktiv-gestalten.de/

Ansprechpartner / Sekretariat

Claudia Setterich

Tel: 0234 / 32- 28565

Mail: sro-ife@rub.de
Web: https://ife.rub.de/sro

Raum: GA 1/33