Ziel des Studiengangs

Die Entwicklung professioneller Handlungskompetenz

Diese ist im Lehrerberuf als langfristiger berufsbiographischer Prozess zu verstehen, der in der ersten, universitären Phase der Lehrerbildung beginnt, jedoch weder bis zum Ende des Lehramtsstudiums, noch bis zum Ende der zweiten Ausbildungsphase (Referendariat) und auch nicht zum Zeitpunkt der Berufseinmündung (dritte Phase) als abgeschlossen gelten kann. Allen drei Phasen kommen in diesem Zusammenhang je unterschiedliche, unverzichtbare Funktionen zu.
So kommt der universitären Ausbildung in erster Linie die Aufgabe zu, deklaratives wissenschaftliches Wissen zur Verfügung zu stellen, das für die Planung, Durchführung und Reflexion schulisch-unterrichtlichen Handelns eine unverzichtbare Grundlage, aber eben auch nur eine notwendige und noch keine hinreichende Voraussetzung für eine professionelle Bewältigung der beruflichen Praxis darstellt.

Vertiefung der Inhalte des Basismoduls Bildungswissenschaften des BA-Studiums

Verknüpft werden sollen grundlegende erziehungswissenschaftliche Reflektionen zu Lehr-/Lern- und Bildungsprozessen (Wahlpflichtmodule/WM) mit unmittelbar berufsfeld-/unterrichtsbezogenen Studienelementen (Kernmodule/KM). In den Wahlpflichtmodulen sollen die Studierenden die Möglichkeit haben, Lehr-/Lern- und Bildungsprozesse wahlweise unter psychologischen bzw. bildungssoziologischen und historischen Perspektiven bzw. im internationalen Kontext zu betrachten und daraus Konsequenzen für ihr künftiges berufliches Handeln abzuleiten.

Berufsfeld Schule

In den beiden Kernmodulen KM1 und KM2 wird das künftige Berufsfeld (Schule/Lehramt) sowohl unter einer Makro- und Mesoperspektive als auch unter einer Mikroperspektive in den Blick genommen. So sollen Sie einerseits Einblicke in den Zusammenhang von gesellschaftlichen Strukturen bzw. Entwicklungen und der Ausgestaltung schulischen Lernens bzw. des Schulsystems erhalten und grundlegende Aufgaben der Institution Schule und neuere Entwicklungen im Schulsystem (Outputorientierung, Inklusion u.a.) in ihrer Bedeutung für Schulalltag und Lehrerhandeln reflektieren (Modul KM1). Andererseits erwerben Sie durch die Auseinandersetzung mit Forschungen zu Unterrichtsqualität, pädagogischer Diagnose und individueller Förderung einen weiteren wichtigen Teil des pädagogischen Professionswissens, welches ein notwendiger Bestandteil pädagogischer Handlungskompetenz darstellt. In Kombination mit Konzepten des forschenden Lernens sollen Sie hierdurch in die Lage versetzt werden, sich die Voraussetzungen und Eigenlogiken schulisch-unterrichtlicher Prozesse forschend erschließen und gestalten zu können (Modul KM2). Das Praxissemester bietet in diesem Sinne eine einzigartige Möglichkeit, eigenes und fremdes pädagogisches Handeln theorie- und empiriegeleitet zu beobachten und hieraus Schlussfolgerungen für den eigenen Professionalisierungsprozess abzuleiten.