Theoretische Grundlagen der Erziehungs- und Bildungswissenschaften

Beiträge zur erziehungswissenschaftlichen Theoriebildung

Die Frage, was begründet unter Erziehung und Bildung verstanden werden kann, stellt vor vielfältige Rückfragen, die damit zusammenhängen, dass weder Erziehung und Bildung noch pädagogisches Handeln überhaupt etwas Gegenständliches bezeichnen; vielmehr sind diese immer auch Momente an sehr unterschiedlichen sozialen Praktiken und können nur - mithilfe begrifflich justierter Beobachtungsperspektiven - sichtbar gemacht werden. Was unter Erziehung (etc.) jeweilig verstanden wird, hängt also auch davon ab, wie Erziehung (etc.) auch historisch-gesellschaftlich vorverstanden und praktiziert sowie theoretisch konzipiert wird.

Die Ausarbeitung der theoretischen Grundlagen der Erziehungs- und Bildungswissenschaften ist daher von besonderer Bedeutung und umfasst neben der Reflexion der erziehungswissenschaftlichen Grundbegriffe (wie Erziehung und Bildung einerseits und Lernen, Entwicklung und Sozialisation andererseits) und der Rezeption sozial- und humanwissenschaftlicher Theoriediskurse auch die Reflexion geeigneter kategorialer Perspektiven (wie Subjektivität und Intersubjektivität, Identität und Anerkennung etc.) sowie schließlich auch die Ausarbeitung eines - ausdrücklich historisch-systematisch justierten - pädagogischen Grundgedankengangs, der es erlaubt, durch die Explikation des 'pädagogischen Problems' (Dilthey) in pädagogisches Wahrnehmen und Denken einzuführen, und unverzichtbar ist, um pädagogisch begründete Urteilsbildung mit zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund ist es daher nicht nur sinnvoll, sondern unverzichtbar, die Frage nach Erziehung und Bildung als Frage danach stellen zu lernen, was das Problem ist, worauf Erziehung und Bildung zu antworten suchen.

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